Etappe 8: Durch Vorpommern über Löcknitz, Ueckermünde zur Ostsee nach Ahlbeck (119 Kilometer)

Weite Felder säumen die nächsten Kilometer in Richtung Löcknitz. Die Dorfstraße des alten Gutsdorfes Ramin steht unter Denkmalschutz. Löcknitz war aufgrund seiner Grenzlage zwischen Pommern und Brandenburg oft umkämpft. Bereits im 13. Jahrhundert stand hier eine gemauerte Festungsanlage, von der nur der Bergfried und einige Mauerreste die Zeiten überdauert haben. 

Bis Ueckermünde führt der Weg nun durch die abwechslungsreiche  Landschaft des Naturparks am Stettiner Haff. Wälder, Moore, Wiesen und Seen kennzeichnen das einsame Naturparadies.  Die Ueckermünder Heide ist durch magere Sandböden und Kiefernbewuchs geprägt, der Ahlbecker Seengrund das größte wachsende Kalkschwingmoor Deutschlands. Die naturnahen Haffküsten, Windwatten und Sandbänke des Neuwarper Sees, einer etwa 6km ins Landesinnere reichenden Bucht des Stettiner Haffs, sind international bedeutendes Brut- und Rastgebiet für zahllose Vogelarten. Die vielen unterschiedlichen Lebensräume des Naturparks bietet einer ebenso vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt Heimat. Der aufmerksame Beobachter kann Biberburgen, majestätisch am Himmel kreisende Adler und zahlreiche Orchideenarten entdecken. Das spätgotische Pommernschloss in der historischen Altstadt von Ueckermünde beherbergt heute das Haffmuseum. Ein Fischbrötchen im Hafen stärkt für die Weiterfahrt. 

Ab Ueckermünde führt die letzte Etappe einmal fast um das gesamte Kleine Haff herum über Anklam nach Ahlbeck auf der Insel Usedom. Der weiße Sandstrand von Mönkebude vermittelt fast das Gefühl, das Meer bereits erreicht zu haben. Im ehemaligen Kolonistendorf Leopoldshagen steht eine hübsche Fachwerkkirche. Wahrzeichen der Hansestadt Anklam ist die im 2. Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogene Nikolaikirche mit ihrem 45m hohen Turm, von dem sich eine eindrucksvolle Aussicht über die Hafflandschaft bietet. Im ältesten Gebäude der Stadt – dem Steintor – befindet sich das Heimatmuseum. Weiter geht es entweder über Relzow und Libnow zur Brücke Zecherin oder die 34km kürzere Strecke südlich des ursprünglichen, sumpfigen Peenetals über Kamp mit der Fähre nach Karnin. Mitten im Peenstrom, einem Mündungsarm der Oder, erhebt sich ein gewaltiger Stahlkoloss: die im Krieg zerstörte Eisenbahn-Hubbrücke ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst und technisches Denkmal.