Etappe 7: Durch den Nationalpark Unteres Odertal über Schwedt nach Penkun (67 Kilometer)

Bei Hohensaaten gabelt sich die Oder in zwei Arme: der Radweg verläuft auf der Deichkrone der Westoder oder Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße. Mal näher, mal ferner ist auf der anderen Seite des tief ausgeschnittenen Odertales die Ostoder zu erahnen. Zwischen den beiden Strömen erstreckt sich der einzige Auen-Nationalpark Deutschlands. Ein Gewirr von Altarmen, Schilfgewächsen und einem naturbelassenen Auwald, der in Mitteleuropa seinesgleichen sucht. Auf den steilen Hängen gedeihen Hangwälder und bunt blühende Trockenrasengesellschaften. Das Untere Odertal gehört zu den artenreichsten Lebensräumen Deutschlands, mehr als 120 Vogel-, 45 Säugetier- und über 1000 Pflanzenarten fühlen sich hier wohl. Die Natur kann sich im Unteren Odertal auch im wörtlichen Sinne grenzenlos entfalten – der polnische Teil dieses einzigartigen Auenlandes ist als Landschaftsschutzpark geschützt.  Beim Lenné-Park in Criewen, für dessen Anlage einst ein ganzes Dorf weichen musste, befindet sich das Nationalpark-Infozentrum.   

Im Nationalpark Unteres Odertal arbeiten Naturschutz und Landwirtschaft Hand in Hand: Über den Sommer wird das Grünland extensiv genutzt, von November bis April bleibt die Natur sich selbst überlassen. In dieser Zeit sind die Auwiesen überflutet, so wie es vor Trockenlegung und Eindeichung weiter Gebiete überall entlang der Oder der Fall war. Im Frühjahr und Herbst ist der Park Rastgebiet für abertausende von Zugvögeln. Ein ganz besonderes Naturerlebnis ist eine geführte Kanutour in dieses Labyrinth aus Wasser und Schilf. Ungewöhnliches aus der Geschichte der Region erzählt ein alter Speicher in Vierraden: hier befand sich das Zentrum des uckermärkischen Tabakanbaus. Die Kunst des Anbaus der Pflanze kam mit den hugenottischen Siedlern in die Region. In Mescherin heißt es Abschied nehmen von der Oder – der Weg biegt hier nach Westen ab und führt über Penkun und Löcknitz ans Haff. Die Alternativroute führt bei Neurochlitz nach Polen hinein und weiter entlang der Oder nach Stettin. Teilweise ist die Wegequalität hier jedoch noch sehr schlecht. 

Durch sanfte Hügellandschaft geht es in Richtung der kleinsten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Penkun liegt umgeben von sieben Seen idyllisch in der Senke zwischen zwei Endmoränenzügen. Hier befindet sich eines der letzten noch stehenden alten pommerschen Schlösser. Seit 1991 wird der schlichte Bau saniert, ein neuer Schlossherr wird noch gesucht. Im ehemaligen Verwalterhaus befindet sich ein Museum. Auch der Schlosspark ist sehenswert. Oder man reist durch ein Tor in ein frühmittelalterliches Dorf – im Freilichtmuseum Penkun.