Der Streckenverlauf von der Quelle bis zur Ostsee

Oder-Neiße-Radweg – grenzenlos genießen

Weite Landschaften, Altstädte und historische Dörfer warten darauf entdeckt zu werden. Am Himmel ziehen Greifvögel ihre Kreise, die feuchten Wiesen der Oderniederung sind ein Paradies für Störche. Große Teile der Landschaft sind geschützt, Flora und Fauna konnten sich hier seit vielen Jahrzehnten fast ungestört entwickeln. Handgemachter Ziegenkäse, dazu ein Glas Wein aus der Region, frisch gefangener Fisch, ein stärkendes Getränk aus der Klosterbrauerei, Nudln oder Salami vom lebenden Deichrasenmäher – der Oder-Neiße-Radweg hat nicht nur landschaftlich und kulturell, sondern auch kulinarisch einiges zu bieten. Beste Bedingungen also für eine "grenzenlose" Genießertour.  

Etappe 1: Von der Neißequelle nach Zittau

Die Berge des Isergebirges prägen die erste Etappe der Tour. Im Wald nahe der kleinen Ortschaft Nová Ves entspringt die Neiße. Als munterer Gebirgsfluss plätschert sie die Hänge hinab. Die ein oder andere Steigung ist hier zu überwinden, vor allem, wenn als Startpunkt der Bahnhof Liberec (Reichenberg) gewählt wird. In Liberec unbedingt die historische Altstadt besuchen und deftige böhmische Spezialitäten probieren. Mehr >

Etappe 2: Von Zittau nach Görlitz

Nach dem Start in Zittau lohnt gleich schon wieder eine Unterbrechung der Fahrt: das älteste sächsische Braunkohle-Großkraftwerk in Hirschfelde ist heute technisches Denkmal und Museum. Bald hinter dem Ort dann nurnoch Natur. Der Radweg hält sich nah am Fluss, Büsche und alte Bäume säumen das Ufer. Mehr >

Etappe 3: Von Görlitz nach Bad Muskau

Der Weg aus der Stadt hinaus führt durch die Nikolaivorstadt. An der zur Erlebnisgastronomie ausgebauten Kunstmühle Ludwigsdorf mit gemütlichem Biergarten könnte man gleich schon wieder anhalten. Die Gemeinde Deschka ist die östlichste Deutschlands. Der Weg führt idyllisch durch Felder, blühende Wiesen und Kiefernforst. Die Kulturinsel Einsiedel bei Zentendorf ist ein ganz besonderer Freizeitpark: eine Abenteuerlandschaft ganz aus Holz, mitten in der Natur. Für die Kleinen gibt es hier jede Menge zu entdecken und zu erkunden. Für die „Großen“ gibt es, Kulturveranstaltungen und ein fantasievolle Gastronomie, ein Baumhaushotel rundet das Angebot ab. Rothenburg zählt zu den ältesten Städten der Oberlausitz. Die Zunftzeichen auf den mittelalterlichen Häusern im Stadtzentrum erzählen aus Zeiten, als das Handwerk hier größte Bedeutung hatte. Mehr >

Etappe 4: Von Bad Muskau nach Ratzdorf

Weiter geht es über die brandenburgische Landesgrenze. Südlich von Bad Muskau überquerte der Radweg eine sehr gut erhaltene Stauchendmoräne, den  „Fußabdruck“ eines eiszeitlichen Gletschers. In Jerischke befindet sich das dazugehörige Infozentrum des UNESCO Global Geoparks Muskauer Faltenbogen / Łuk Mużakowa. Für das leibliche Wohl ist im kleinen Ort Pusack gleich doppelt gesorgt: zwei Ziegenhöfe laden zu einer Rast mit ausgezeichnetem Käse und Wein aus regionalem Anbau ein. Ungestörter Naturgenuss ist auf den folgenden Kilometern garantiert – bis Forst (Lausitz) führt der Weg nur durch wenige kleine Ortschaften. Himmel und Weite dominieren das Landschaftsbild. Die Kleinstadt Forst (Lausitz) wird auch das „deutsche Manchester“ genannt - vom Mittelalter bis zur Neuzeit spielte das Tuchmacherhandwerk eine bedeutende Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt. Anlässlich des 25. Thronjubiläums von Wilhelm II entstand von 1910-13 der Ostdeutsche Rosengarten mit über 40.000 Rosenstöcken. Mehr >

Etappe 5: Von Ratzdorf nach Frankfurt/Oder

Geschichtsträchtig ist auch diese Etappe. Bald hinter der Neißemündung sollte unbedingt ein Abstecher zum Kloster Neuzelle eingeplant werden. Das ehemalige Zisterzienserkloster, auch  Barockwunder Brandenburgs genannt, erstrahlt heute in neuem Glanz. Klosterbrauerei, Klosterschenke und Klosterladen laden zu einer Genießerpause. Weiter geht es Richtung Eisenhüttenstadt. Bis 1961 war der heutige Altstadtkern Fürstenberg eigenständige Stadt, um die herum eine sozialistische Planstadt errichtet wurde. Mehr >   

Etappe 6: Durchs Oderbruch nach Hohensaaten

Auf dem Weg von Frankfurt nach Lebus ist so manche Steigung zu überwinden. Steil ragen die Oderhänge auf und bieten fantastische Ausblicke über das Odertal. Fast kann man die mächtigen Gletscherströme die einst das Tal formten noch rauschen hören.. Die exponierte Lage der steppenartigen Hänge bietet vielen außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenarten Heimat. Nirgendwo sonst in Deutschland blühen im Frühjahr so viele der seltenen gelben Adonisröschen. Die Stadt Lebus und das umliegende Lebuser Land verdanken ihren Namen dem slawischen Stamm der Leubuzzi, die im 8. Und 9. Jahrhundert hier siedelten. Küstrin Kietz ist ein eher unspektakulärer Ort. Die Reste einer der einst modernsten brandenburgisch-preußischen Festungen und andere steinerne Zeugnisse der Geschichte liegen  am anderen Ufer im polnischen Kostryn. Auch das polnische Vogelparadies Nationalpark Warthemündung lohnt einen Besuch. Mehr >

Etappe 7: Durch den Nationalpark Unteres Odertal

Bei Hohensaaten gabelt sich die Oder in zwei Arme: der Radweg verläuft auf der Deichkrone der Westoder oder Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße. Mal näher, mal ferner ist auf der anderen Seite des tief ausgeschnittenen Odertales die Ostoder zu erahnen. Zwischen den beiden Strömen erstreckt sich der einzige Auen-Nationalpark Deutschlands. Ein Gewirr von Altarmen, Schilfgewächsen und einem naturbelassenen Auwald, der in Mitteleuropa seinesgleichen sucht. Auf den steilen Hängen gedeihen Hangwälder und bunt blühende Trockenrasengesellschaften. Das Untere Odertal gehört zu den artenreichsten Lebensräumen Deutschlands, mehr als 120 Vogel-, 45 Säugetier- und über 1000 Pflanzenarten fühlen sich hier wohl. Die Natur kann sich im Unteren Odertal auch im wörtlichen Sinne grenzenlos entfalten – der polnische Teil dieses einzigartigen Auenlandes ist als Landschaftsschutzpark geschützt.  Beim Lenné-Park in Criewen, für dessen Anlage einst ein ganzes Dorf weichen musste, befindet sich das Nationalpark-Infozentrum. Mehr >

Etappe 8: Durch Vorpommern zur Ostsee

Durch sanfte Hügellandschaft geht es in Richtung der kleinsten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Penkun liegt umgeben von sieben Seen idyllisch in der Senke zwischen zwei Endmoränenzügen. Hier befindet sich eines der letzten noch stehenden alten pommerschen Schlösser. Seit 1991 wird der schlichte Bau saniert, ein neuer Schlossherr wird noch gesucht. Im ehemaligen Verwalterhaus befindet sich ein Museum. Auch der Schlosspark ist sehenswert. Oder man reist durch ein Tor in ein frühmittelalterliches Dorf – im Freilichtmuseum Penkun. Weite Felder säumen die nächsten Kilometer in Richtung Löcknitz. Die Dorfstraße des alten Gutsdorfes Ramin steht unter Denkmalschutz. Löcknitz war aufgrund seiner Grenzlage zwischen Pommern und Brandenburg oft umkämpft. Bereits im 13. Jahrhundert stand hier eine gemauerte Festungsanlage, von der nur der Bergfried und einige Mauerreste die Zeiten überdauert haben. Mehr >